33.746
Patenstunden
2025
268
Patenschaften
in 2025
632
Patenschaften
seit Projektstart
(Stand Ende 2025)
Mentoring mit Haltung
Als aktives Mitglied des Mentor.Ring Hamburg – dem Dachverband der sozialen Mentoringprogramme der Stadt – tragen wir die unter dem Titel „Mentoring mit Haltung“ formulierten Werte und Ziele uneingeschränkt mit und leben sie in unserer täglichen Praxis:
- Mentees vor Grenzverletzungen schützen
- Prävention
- Respekt, Achtung und Toleranz
- Antidiskriminierung leben und Diversität lieben
- Chancengleichheit und Inklusion fördern
- Demokratie und Partizipation fördern
- Nachhaltig handeln
Die Ehlerding Stiftung ist Mitglied beim Bundesverband soziales Mentoring e.V. | Dachorganisation für gemeinnützige Organisationen.
Die zugehörige Positionierung und Definition von (Qualitäts-)Richtlinien finden Sie im Detail auf der Webseite von Mentor.Ring Hamburg.
Der Weg in die Patenschaft
mitKids Konzept
WAS
Die mitKids Aktivpatenschaften vermitteln ehrenamtliche Pat:innen an Kinder zwischen 2 und 9 Jahren aus belasteten Familien. Durch regelmäßige Treffen werden die Pat:innen für ihre Patenkinder zur zusätzlichen Bezugsperson außerhalb der Familie. Der regelmäßige 1:1-Kontakt und die dadurch entstehende emotionale Beziehung stärkt das Selbstvertrauen und fördert die Sozial- und Sprachkompetenzen. Die Kinder dürfen für ein paar Stunden im Mittelpunkt stehen und erleben, dass sie wichtig sind und gemocht werden, so wie sie sind.
Die mitKids Aktivpatenschaften wurden 2007 von Ingrid Ehlerding als ein Projekt der Ehlerding Stiftung gegründet.
WER
Unsere Patenkinder sind Kinder ab 2 Jahren, die sich über eine Extraportion Zuwendung freuen.
Viele Kinder wachsen heute in Haushalten mit nur einem Elternteil auf oder in Familien, die aus dem Ausland zugezogen sind und in denen Deutsch nicht als Muttersprache gesprochen wird oder in Familien mit vielen Kindern oder kranken und behinderten Familienmitgliedern auf. Großeltern und andere Verwandte wohnen häufig nicht vor Ort, sondern in einer anderen Stadt oder sogar im Ausland. So fehlt vielen Familien ein tragfähiges soziales Netzwerk. Die Aufmerksamkeit und Unterstützung für ein Kind kommt oft zu kurz. Wenn dann noch das Geld knapp ist, bleiben Kindern viele Chancen verwehrt.
WIE
Nach der Anmeldung, dem Vorlegen des Führungszeugnisses und dem Hausbesuch durch zwei Patenschaftsbegleiter:innen überlegt das Team, welche Pat:innen und Kinder zusammengeführt werden können. Die erste Zusammenführung findet in der Familie statt und wird durch eine Patenschaftsbegleiter:in unterstützt. Nach einer gemeinsamen Schnupperphase bilden Pat:in und Patenkind zusammen ein Tandem. Miteinander haben sie eine Menge Spaß und verbringen eine gute Zeit miteinander.
Alle Tandems haben persönliche Patenschaftsbegleiter:innen, die als Ansprechperson zur Verfügung stehen.
Die hauptamtliche Koordinatorin organisiert Einführungs-Workshops und regelmäßige Fortbildungen. Die hauptamtliche Projektleiterin stellt die Qualität des Projekts sicher.
Ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter:innen bilden ein Team. Dabei sind die Patenschaftsbegleiter:innen die persönlichen Ansprechpersonen für die Tandems. Die Projektkoordinatorinnen und die Projektleitung sind übergeordnet zuständig, organisieren Fortbildungen, Ausflüge und Feste und sorgen für die Einhaltung der Qualitätsstandards.
Wenn es Probleme in den Patenschaften gibt, ziehen wir Expert:innen hinzu, beispielsweise Kinderpsychotherapeut:innen.
WARUM
Regelmäßige Treffen mit einer vertrauten Bezugsperson außerhalb der Familie ermöglichen die Erfahrung von Verlässlichkeit. Im Laufe der Zeit kann so eine tragfähige emotionale Bindung entstehen. Die gemeinsamen Aktivitäten ermöglichen Erfolgserlebnisse und stärken das Selbstvertrauen der Kinder. Diese Faktoren tragen zur Förderung der Resilienz bei. Resilienz bedeutet die psychische Widerstandsfähigkeit oder auch „Immunschutz für die Seele“.
Integration
Kinder, die durch Armut, mangelnder Zuwendung oder fehlender Sprachkompetenz wichtige Erfahrungen nicht machen können, erhalten durch ihre Pat:innen die Chance, in neue Lebenswelten einzutauchen:
- Was gibt es in einem Museum zu entdecken?
- Wie komme ich an einen Ausweis in der Bücherei?
- Wie koche ich Spaghetti?
Durch die Erweiterung ihres Erfahrungshorizontes werden die Kinder vom Rand der Gesellschaft in die Mitte geholt. So trägt eine Patenschaft zum Abbau sozialer Ungleichheit bei.
Kinderschutzkonzept
Unser Ziel ist, Kinder auf ihrem Weg in die Zukunft zu stärken. Mit liebevollen Pat:innen an ihrer Seite wird das Aufwachsen noch ein bisschen bunter und schöner. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass Patenschaften in 1:1-Betreuung im privaten Umfeld besondere Risiken für Kinder mit sich bringen können. Wir haben ein ausführliches Kinderschutzkonzept mit vielen Qualitätsbausteinen ausgearbeitet, um die Kinder vor Übergriffen und Missbrauch zu schützen. Beratend stehen uns zudem speziell ausgebildete und erfahrene Kinderschutzfachkräfte nach §8a SGB VIII zur Seite.
Das tun wir, um Kinder im mitKids-Projekt bestmöglich zu stärken und zu schützen:
- Wir wählen Pat:innen und Familien sorgfältig aus
- Wir machen Hausbesuche bei neu angemeldeten Patenbewerber:innen – und das stets zu zweit: Vier Augen sehen mehr als zwei. Dabei prüfen wir die Eignung, Persönlichkeit und Verlässlichkeit der Bewerber:innen sowie „Kindertauglichkeit“ des Wohnumfelds. Wir lehnen lieber einmal zu viel ab als zu wenig!
- Entscheidungen treffen wir im Team – so können wir uns rückversichern
- Wir berücksichtigen die Wünsche aller Parteien bezüglich der Tandempartner – insbesondere die Wünsche der Kinder
- Ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis ohne Eintrag ist Voraussetzung um als Interessierte:r eine Patenschaft zu übernehmen
- Patenbewerber:innen müssen eine Selbstverpflichtungserklärung unterschreiben. Sie verpflichten sich zur Einhaltung von Regeln wie z.B. keine Gewalt, kein Zwang, Respekt vor anderen Lebensweisen und Erziehungsstilen, Vertraulicher Umgang mit Daten und Bildern
- Unsere persönlichen Ansprechpartner:innen haben immer ein offenes Ohr, wenn es Fragen oder Probleme gibt. Sie erkundigen sich regelmäßig bei Familien und Pat:innen nach dem Stand der Dinge
- Oberstes Prinzip ist Freiwilligkeit, es gibt keinen Zwang – Kinder haben ein Recht darauf, gehört zu werden und nein zu sagen
- Verlässliche Bezugspersonen stärken das Selbstvertrauen – und selbstbewusste Kinder sind weniger gefährdet!
Hier geht`s zum ausführlichen Schutzkonzept der Ehlerding Stiftung für Kinder und Jugendliche.
ICH bin ICH
Alle Menschen sind gleich und doch irgendwie unterschiedlich, oder? Du bist einzigartig, niemand sieht genauso aus wie du oder denkt wie du. Und das ist auch gut so. Aber es gibt auch viele Gemeinsamkeiten zwischen Menschen und es ist schön, diese zu entdecken. Wahrscheinlich könntest du mit jedem Menschen auf dieser Welt mehrere Gemeinsamkeiten finden – auch wenn ihr unterschiedliche Sprachen sprecht, anders ausseht und anderes Essen mögt. Schau mal in den folgenden Steckbriefen nach, ob du Unterschiede und Gemeinsamkeiten erkennen kannst.
- „Ich bin Ayla und spiele gerne Fußball. Ich habe eine jüngere Schwester und einen älteren Bruder. Ich bin 10 Jahre alt und komme bald auf die weiterführende Schule. Ich freue mich auf den Chemieunterricht, da ich gerne mit meinem Experiment-Koffer spiele.”
- „Ich bin Tina und bin 5 Jahre alt. Meine Lieblingsfarben sind pink und lila. Ich wohne zusammen mit meinem Vater in Bremen. Mein Papa und ich tragen beide eine Brille und wir haben beide braune Haare. Wir sehen uns sehr ähnlich. Am Wochenende machen wir immer einen kleinen Ausflug. Ich bin nämlich gerne in der Natur und liebe es, neue Sachen zu entdecken.”
- „Ich bin Jonas und bin 39 Jahre alt. Ich wohne in Hamburg zusammen mit meinem Mann. Wir haben eine Katze, die Mila heißt. Ich bin Lehrer an einer Grundschule. Ich gehe gerne schwimmen und liebe Pizza.”
-
„Ich bin 14 Jahre alt, mag Basketball spielen und Kochen. Ich wurde als Junge geboren, fühle mich aber keinem Geschlecht zugeordnet. Deshalb möchte ich nicht Ben, sondern June genannt werden.“
Bei den mitKids begegnen wir allen Menschen freundlich und offen. Wir respektieren, dass Menschen unterschiedlich sind und ihr Leben gestalten, wie sie es gerne möchten. Wir suchen nach Gemeinsamkeiten und lernen gerne Neues kennen.
Wir finden es toll, dass in unserem Projekt Menschen unterschiedlichen Alters und Herkunft zusammenkommen, um einander kennenzulernen und füreinander da zu sein. Wir wissen, dass manche Menschen es in Deutschland schwerer haben als andere und suchen daher nach Wegen, um zu teilen und zu unterstützen.
Wenn du dich bei den mitKids einmal ungerecht behandelt fühlen solltest, teile uns dies bitte mit, damit wir gemeinsam nach einer Lösung suchen können: mitkids@ehlerding-stiftung.de.
Die Wirkung von Patenschaften
