„Wir möchten es beide nicht mehr missen!“

Eine ehrenamtliche Patenschaft für ein Kind kann ein Leben verändern – manchmal gleich zwei. Die mitKids Aktivpatenschaften der Ehlerding Stiftung vermitteln seit 2007 Pat:innen an Kinder zwischen zwei und neun Jahren, die aufgrund einer belasteten familiären Situation oder einer fehlenden Bezugsperson besondere Zuwendung brauchen. In Hamburg, Bremen und Bremerhaven schenken Ehrenamtliche ihren Patenkindern Zeit, Aufmerksamkeit und Verlässlichkeit – Woche für Woche. Eine dieser Patenschaften begann 2011, als der fünfjährige Mohammed seinen Paten André zum ersten Mal traf. Aus einem wöchentlichen Zeitgeschenk wurde eine Freundschaft, die inzwischen seit 15 Jahren trägt – und für beide „nicht mehr wegzudenken“ ist.

Start der Patenschaft im Ehrenamt: Ein Anfang ohne großes Event – aber mit großer Wirkung (2011)

Damals ist Mohammed ein lebhaftes Kind, das sich über jede gemeinsame Stunde mit seinem Paten freut. André wollte kein „Event-Onkel“ sein, sondern einfach da sein: spielen, reden, Zeit schenken. Der Spielplatz um die Ecke reichte völlig aus. „Hurra, André ist da“, rief Mohammed oft, wenn sein Pate kam.

Für Mohammeds alleinerziehende Mutter ist diese Unterstützung wertvoll – Beruf und Erziehung unter einen Hut zu bringen, ist für viele Familien mit Migrationsgeschichte eine tägliche Herausforderung. Mit der Patenschaft bekommt Mohammed eine zusätzliche, verlässliche Bezugsperson – und seine Mutter jemand an der Seite, der sie entlastet. Und auch André bekommt viel zurück: echtes Lachen, Vertrauen, ein Band, das von Woche zu Woche stärker wurde. Bei Mohammed zeigt sich schnell, dass er durch seine feste Bezugsperson sicherer durchs Leben läuft: mehr Selbstvertrauen, mehr Stabilität. Als Ältester von 5 Geschwistern kann die gewünschte Aufmerksamkeit in der Familie manchmal untergehen. Durch Andrés Patenschaft ist sie Woche für Woche gewährleistet.

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Aus regelmäßigen Treffen wird eine stabile Patenschaft (2014)

Drei Jahre später ist aus dem ersten Kennenlernen eine feste Beziehung geworden. Mohammed ist acht Jahre alt, André längst ein wichtiger Teil seines Alltags.

„Man wächst zusammen“, sagt André. „Wir möchten das beide nicht mehr missen.“

André hat damals ein Ehrenamt gesucht – ohne pädagogische Vorkenntnisse, ohne besondere Ausbildung. Die mitKids Aktivpatenschaften der Ehlerding Stiftung brachten die beiden zusammen, und aus wöchentlichen Treffen wurde eine verlässliche Struktur in Mohammeds Leben. Heute sind sie ein eingespieltes Team, ein sogenanntes Patenschafts-Tandem.

„Etwas zu machen, wo es vorrangig um ihn geht. Ihn ein Stück seines Lebens zu begleiten“, beschreibt André seine Motivation. Mohammed genießt die gemeinsame Zeit. Und er weiß: „Wenn ich auch mal Patenkinder habe, dann denke ich ganz bestimmt an André.“ Genau solche langfristigen, vertrauensvollen Beziehungen gelten in der Mentoringforschung als Schlüssel dafür, dass Kinder an Selbstvertrauen gewinnen, ihre sozialen Kompetenzen stärken und neue Perspektiven auf ihr eigenes Leben entwickeln.

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Aus Patenschaft im Ehrenamt wird Freundschaft (2026)

Fünfzehn Jahre später wirkt die mitKids‑Patenschaft von Mohammed und André wie eine ganz normale Freundschaft – nur mit einer besonderen Geschichte im Hintergrund.
Mohammed ist heute 20 Jahre alt. „Es war wichtig, jemanden zu haben, der Zeit mit mir verbracht hat und sich um mich gekümmert hat“, sagt Mohammed. Besonders in Momenten, in denen er nicht mit Eltern oder Geschwistern sprechen wollte, war André da: „Ich konnte mit ihm reden, ohne Schuldgefühl oder ein ungutes Gefühl.“

Auch André erinnert sich an den Tag des Kennenlernens von Mohammed und seiner Familie – gemeinsam mit Stifterin Ingrid Ehlerding. Viele dieser frühen Momente sind für beide bis heute lebendig. Aus einer Patenschaft ist über die Jahre eine enge Verbundenheit geworden. Aus wöchentlichen Treffen wurden gemeinsame Erinnerungen, die tragen. Aus einem Fünfjährigen wurde ein junger Erwachsener, der sicher durchs Leben geht und dank der Patenschaft immer wieder neue Impulse für sein Leben erhalten hat.

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Ein Angebot, das jeder machen kann

Patenschaften wie die von Mohammed und André brauchen keine Vorkenntnisse – außer Zeit, Offenheit und Freude daran, mit einem Kind etwas zu unternehmen. Sie geben Halt, schaffen Vertrauen und ermöglichen Kindern, mit mehr Sicherheit durchs Leben zu gehen. Ehrenamtliche Pat:innen verbringen in der Regel einmal pro Woche einige Stunden mit ihrem Patenkind und werden so zu einer zusätzlichen, verlässlichen Bezugsperson außerhalb der Familie. Das kann der Spielplatz um die Ecke sein, ein Parkbesuch oder gemeinsame Aktivitäten wie basteln, kochen oder Ballspiele. Wer sich wohl in seinem Leben fühlt, aufgeschlossen und tolerant ist und bereit, sich mindestens ein Jahr zu engagieren, bringt bereits die wichtigsten Voraussetzungen mit. Die mitKids Aktivpatenschaften begleiten Pat:innen durch Infoabende, Vorbereitung und Austausch – damit aus der guten Idee eine stabile, tragfähige Beziehung werden kann.

So gelangen Sie zu einer Patenschaft mit Kind im Ehrenamt

Wenn Sie wie André einem Kind Zeit, Zuwendung und neue Perspektiven schenken möchten, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme. Die mitKids Aktivpatenschaften sind in Hamburg, Bremen und Bremerhaven aktiv – unsere Teams vor Ort beraten Sie gerne persönlich.

  • Informationen und Kontakt für Hamburg und Bremerhaven finden Sie über die Ehlerding Stiftung.
  • Für Bremen steht die Freiwilligen-Agentur Bremen als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

Patenschaften wirken – für Kinder ebenso wie für die Erwachsenen, die sich engagieren.
Sie schenken Kindern zusätzliche Sicherheit und Chancen und ermöglichen Pat:innen, Sinn, Verbundenheit und Freude im Ehrenamt zu erleben.

Die Geschichte von Mohammed und André zeigt: „Patenschaften wirken!“

Wir danken von Herzen noa4 für die wunderbaren Filmbeiträge und die berührenden Momentaufnahmen aus dieser langjährigen Patenschaft.

Unser herzlicher Dank gilt auch dem Hamburger Niendorfer Miniaturgolf Club, der die Dreharbeiten vor Ort ermöglicht und mit großer Offenheit unterstützt hat.

Ein besonderes Dankeschön geht an Mohammed und André, die mit beeindruckender Offenheit und Ehrlichkeit Einblicke in ihre gemeinsame Reise gegeben haben.